Randall Cobb und der schmale Grat

Nichts absolut revolutionäres, aber ein interessantes Konzept, das man nicht allzu oft zu sehen bekommt, war Randall Cobbs erster Touchdown gegen Arizona in Week 9. Was auf den ersten Blick wie ein recht reguläres Slant/Clearout-Konzept aussieht, entpuppt sich auf den zweiten Blick als „Mini-Screen“, wenn man so möchte.

Ausgangssituation: Es steht 0:0, die Packers haben einen dritten Versuch und Goal von der 13-Yard-Linie. Harter Tobak für einen Playcaller, da aufgrund der fehlenden Tiefe des Feldes auch viele reguläre Third&Long Calls als Option wegfallen. Mike McCarthy entscheidet sich in diesem Fall für ein unkonventionelles Play, das ich im folgenden analysieren will.

Die Packers kommen mit 11er-Personal (1 RB 1TE 3WR) aufs Feld und stellen #88 Finley, #80 Driver und #18 Cobb zur Rechten der Formation auf.

Das besondere am Play ist nun, dass Randall Cobb der einzige Receiver mit einer Passroute ist. Er rennt einen recht flachen Slant. Finley und Driver werden als Blocker eingesetzt, um Cobb nach dem Catch eine Gasse freizumachen.

Es klappt wie geplant, während Finley sich nach innen orientiert und sich um Inside Linebacker Paris Lenon kümmert (links), schafft es Driver einen sehr schweren „Reach“-Block auf Nickelback William Gay zu setzen (rechts), der Cobb genügend Platz verschafft, um Kurs auf die Endzone zu nehmen.

Der einzige, der nun noch zwischen Cobb und sechs Punkten steht ist Safety Adrian Wilson. Mit einem sauberen Lehrbuch-Tackle könnte er Cobb noch stoppen, entschließt sich allerdings technisch schwach und ohne Wrap-Up zu hitten, was Cobb mit einem schnellen Spin-Move ausnutzt, um in die Endzone zu gelangen

Insgesamt lässt sich sagen, dass ein cleveres Playdesign hier eine recht aussichtslose Situation in einen Touchdown verwandeln konnte. Warum greifen Playcaller also nicht öfter zu einem solchen Play mit eingebauten Blocks? Die Antwort findet man in der Zulässigkeit des Konzepts,. Dieses Play beruht nämlich auf einem Balanceakt auf dem schmalen Grat zwischen offensiver Pass Interference und Legalität. Driver rauscht mit seinem Block meiner Meinung nach wahrscheinlich nur knapp an einer Passbehinderungs-Strafe vorbei.

Der Regelexperte meines Vertrauens Benni Köpfle ist der Meinung, Drivers Block sei keine Pass Interference, Phil Simms sagt ja, ich sage vielleicht… Chaos! Wo ist Mike Pereira wenn man ihn mal braucht?

 

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