Divisional Weekend: Matchup Analyse Samstag

Nach einem eher unterwältigenden Wildcard-Wochenende (Stichworte: Nur ein einziges halbwegs knappes Spiel, einer der aufregendsten Spieler der letzen Jahre schwerstens verletzt, ein Backup-Quarterback, der wohl auf der Receiver-Position besser aufgehoben wäre) folgen nun hier unsere Previews zum hoffentlich und wahrscheinlich stärkeren Divisional Weekend.

Baltimore Ravens @ Denver Broncos 22:30 Uhr

Ravens O vs Broncos D:

Erst vor kurzem haben die Ravens eine fundamentale Änderung in der Offensive Line vorgenommen. Michael „The Blind Side“ Oher wurde vom linken auf den rechten Tackle-Spot geschoben und dafür links der massive Bryant McKinnie eingesetzt. Dieser Move stellte sich im Nachhinein als sehr gut heraus. McKinnie sah etwas mehr wie der Spieler aus, den die Vikings sich versprachen, als sie ihn 2002 (verbessert, danke an den aufmerksamen Alex) an siebter Stelle des NFL Draft verpflichteten und Oher blühte rechts auf und wirkte wie verwandelt. Die Beiden und die restliche Line stehen allerdings am Samstag einem mindestens ebenbürtigen und wahrscheinlich sogar überlegenem Gegener gegenüber. Von Miller (18,5 Sacks diese Saison), Elvis Dumervil, Derek Wolfe und der Rest der Broncos-Front-Seven sind wahrscheinlich neben San Francisco die härteste Prüfung, die einer O-Line momentan in der NFL auferlegt werden kann.

Das Receiving Corps der Ravens befindet sich auf dem aufsteigendem Ast und hat in Veteran Anquan Boldin und Speedster Torrey Smith beeindruckende Präsenz auf dem Feld, die es in Kombination mit Joe Flaccos Raketenarm (wenn er gut drauf ist) den Broncos kaum erlauben werden, acht Verteidiger in die Box zu stellen. Acht Mann in der Box ist das Stichwort für das gestörte Ravens-Running Back Duo Leach/Rice, die in der Regel gefühlte 20 Zentimeter über der Grasnarbe durch A- oder B-Gap geschossen kommen und bis jetzt jedem Linebacking-Corps 60 Minuten disziplinierten Football abverlangt haben.

Ravens D vs Broncos O:

Gegen Indianapolis sah die Ravens-Defense zwar besser aus, als ich ihr zugetraut hätte. Allerdings bekommt man es diese Woche mit dem ausgewachsenen Peyton Manning zu tun, nicht mit seinem Mini-Me Andrew Luck. Die Broncos-Offense ist auf allen Positionen der Offensive stärker besetzt als die Colts und kommt mit einem tödlichen Zone-Running-Game, das die langsam aber sicher in die Jahre kommende Defense der Ravens erst einmal 60 Minuten verteidigen muss.

Wie die Defense wirkt die Broncos-Offense wie eine perfekt geölte Maschine, die während der inzwischen elf(!) Spiele währenden Siegesserie neun mal über dreißig Punkte erzielte (Ein Spiel davon der 34-17 Sieg gegen die Ravens in Week 15). Angefangen bei einer der besten Offensive Lines der Liga um Ryan Clady über den „Sheriff“ Peyton Manning zu seinen Skillplayern Eric Decker, Demaryius Thomas, dem dreiköpfigen Running-Back Komitee Moreno/Hillman/Ball und den erfahrenen Tight Ends Tamme und Dreessen hat diese Offense alles, um einen weiteren „Thirty-Burger“ auf die Ravens-Defense zu hängen, die trotz erstmaliger kompletter Gesundheit des Triumverats Lewis/Reed/Ngata auf dem Papier unterlegen scheint.

Special Teams Vorteil:

Der Special Teams Vorteil geht klar an Baltimore, die nach wie vor laut den Football-Outsiders DVOA Rankings über die beste Einheit verfügen. Meiner Ansicht nach werden sie auch mindestens einen Special-Teams Touchdown gegen die im oberen Mittelmaß verorteten Denver-Special Teams brauchen, um einen Sieg davon zu tragen.

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Packers @ 49ers 2:00 Uhr

Packers O vs Niners D:

Elite gegen Elite. Eins der schönsten vorstellbaren Matchups erwartet uns in der Nacht auf Sonntag. Aaron Rodgers und Kollegen sind in absoluter Höchstform, seine Passempfänger zum ersten Mal seit langem gesund. DIE Überraschung der letzten Wochen ist sicherlich Running Back DuJuan Harris, der mit seiner Leistung der Green Bay Offense eine völlig neue Dimension verlieh, wie vor zwei Jahren James Starks, der ähnlich aus dem Nichts kommend zum Playoff-Star wurde. Die Schwachstelle im Packers-Angriff stellt allerdings die Offensive Line dar. Obwohl es Aaron Rodgers selbst gegen gute Defenses gelingt, die Schwachstellen der Line mit seinem Spiel zu kaschieren, bleibt die Frage dieses Spiels ob ihm das Selbe gegen eine großartige Defense gelingt.

Eine Front-Seven, die unter anderem Pass-Rush Monster Aldon Smith, den chronisch unterschätzten Justin Smith und das beste Inside-Linebacker-Duo der Liga in Patrick Willis und Navorro Bowman beherbergt, würde jeder Offensive schon alleine Probleme bereiten. Erschwerend hinzu kommt, dass die Niners auch noch mit einer guten Secondary daherkommen. Safetys Dashon Goldson und Donte Whitner sind harte Hitter und haben sich dieses Jahr kaum Schnitzer in Coverage geleistet.

Packers D vs Niners O:

Diese beiden Enheiten sind sicherlich die ‚kleinen hässlichen Brüder‘ im Gegensatz zur jeweils anderen Enheit ihres Teams. Trotzdem können sie mit einigem an Starpower aufwarten. Angefangen bei der Niners-Offense ist hier zunächst einmal die mit Erstrundenpicks gespickte starke Offensive Line um Left Tackle Joe Staley zu erwähnen, die zu den eindrucksvollsten der Liga gehört. Running Back Frank Gore lässt die meisten Pundits, die ihm eine Saison auf dem absteigenden Ast voraussagten (weil: Abnutzung) alt aussehen und profitiert seit dem Quarterback-Wechsel von der Anwesenheit des mobilen Colin Kaepernick. Receiver Michael Crabtree scheint in der Offseason irgendeinen Schalter umgelegt zu haben, denn er wurde zu Mr.Third Down im Laufe dieser Saison.

Green Bays 3-4 Defense wirkt rein schematisch wie ein Ebenbild der 49ers, allerdings mit weniger spektakulären Einzelspielern. Zugebeben, einen Charles Woodson sucht man in Frisco zwar vergebens, aber ausser dem nach wie vor destruktiven Pass Rusher Clay Matthews scheint es der Green Bay Defense an Substanz zu mangeln. B.J. Raji wäre nicht der erste Nose Tackle, der von den Niners-Lineman diese Saison neutralisiert würde und ausser dem über den Erwartungen spielenden Rookie-Corner Casey Hayward fehlt es der zwar soliden, aber nicht großartigen Green Bay Defense an Playmakern.

Special Teams Vorteil:

Beide Teams verfügen laut FO über unterdurchschnittliche Einheiten. Beide verfügen über großartige Returner (SF: Tedd Ginn / GB: Randall Cobb) und zumindest diese Saison waren beide Kicker grauenhaft. Die Kicker-Sorgen der 49ers gingen sogar so weit, dass sie kürzlich den für seine exzellenten Kicks in Playoff-Spielen bekannten Billy Cundiff unter Vertrag nahmen und nun am Samstag höchstwahrscheinlich beide Kicker aktiv haben werden. Wem die Ehre zuteil wird, den entscheidenden Kick daneben zu semmeln (yeah I said it), wird wohl bis Samstag ein Mysterium bleiben. Crosby erholte sich die letzten Wochen von einer Saison zum Vergessen, in der er zwischendurch nur eins von neun Field Goals von 50+ Yards verwandelt hatte und scheint langsam zu alter Form zurückzukehren, weswegen ich den Vorteil an die Packers gebe.

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8 Antworten zu “Divisional Weekend: Matchup Analyse Samstag

  1. Wirklich schwer zu sagen, ist immerhin schon fast nen Monat her die Verletzung und es war ja auch „nur“ ein angerissener trizeps muskel. 100% dürfte er nicht sein, aber ob er jetzt eher bei 30% oder bei 90% ist, kann man nur schwer einschätzen.
    Sollte er deutlich beeinträchtigt sein, wird sich das auch auf Aldon Smiths Produktivität auswirken. Die Niners „stunten“ J.Smith oft nach innen, wo er zwei Mann beschäftigt und Aldon Smith ein 1on1 aussen verschafft.
    Wenn GB merkt, dass ein angeschlagener J.Smith auch von einem Mann geblockt werden kann, verschafft das A.Smith aussen ein Double-Team, das er nur selten schlagen wird.

  2. also so eindimensional wie dilfer argumentiert, kommen sie mir eigentlich nicht vor. ich werfe jetzt nochmal einen blick ins tape vom spiel in week 1 und schreib vllt was dazu =) danke für den hinweis

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