Three Step Drop #6 Kaep elektrisiert / Broncos Passverteidigung / Denver zu konservativ

Der gestrige Samstag bewies eindrucksvoll, warum das Wochenende der Divisional Playoffs gemeinhin als das beste der NFL-Saison gilt. Schon die ersten fünf Minuten des Ravens @ Broncos-Spiels steckten das komplette Wildcardwochenende locker in die Tasche. Hier drei schnelle Gedanken, die mir heute morgen im Kopf herumschwirren:

1) Kaepernick beeindruckt

Wow. So eine Performance hatte dem jungen Quarterback der Niners wohl kaum jemand zugetraut. Über dieses Spiel schrieb ich: „Wie können die 49ers Aaron Rodgers stoppen?“ – Angebrachter wäre wohl gewesen: „Wie zum Teufel sollen die Packers Colin Kaepernick stoppen? 263 Yards, 2 Touchdowns, bei einer Interception, dazu noch 181 (!) Yards und 2 Touchdowns per Lauf. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Noch beeindruckender ist diese Performance wenn man in Betracht zieht, dass Kaepernick früh im Spiel eine böse Interception zu Sam Shields warf, die dieser zum Touchdown zurücktragen konnte. Anstatt sich in sein Schneckenhaus zurückzuziehen, schaltete Kaep in eine Art Wiedergutmachungs-Beastmode und terrorisierte von da an die Packers-Defense gleichermaßen durch die Luft und über den Boden. Spät im Spiel übernahmen Frank Gore und die exzellent aufgelegte Niners-Offensive Line. Sie prügelten die Packers mit der Führung im Rücken down für down über das Feld und beendeten das Spiel souverän.

2) Joe Flacco steckt die Passverteidigung der Broncos in Brand

Es war ein Tag zum vergessen für die Denver-Defensive Backs. Ein exzellent aufgelegter Joe Flacco verbrannte sie für 331 Yards und 3 Touchdowns. Sie gaben riesige Plays auf. Früh im Spiel war es vor allen Dingen Pro-Bowl Corner Champ Bailey, der von Torrey Smith am laufenden Band tief geschlagen wurde, was durch nicht-existentes Safety-Play noch schlimmer aussah, als es eigentlich war. Achja, die Safetys. Sowohl Mike Adams als auch Rahim Moore sahen gestern nicht wie NFL-Starter aus. Dies wurde besonders deutlich, als sie sich 41 Sekunden vor Schluss bei einem dritten Versuch und Zehn vom nicht gerade als Speedster bekannten Jacoby Jones überlaufen liessen. Zu diesem Zeitpunkt lagen sie sieben Punkte in Führung. Dieser Gehirnfurz der kompletten Passverteidigung kostete die Broncos wahrscheinlich den Sieg.

3) John „Fox News“ Fox trägt seinen Teil zur Niederlage bei

Apropos den Sieg kosten. Auch Denver-Head Coach John Fox war nicht untätig an der Seitenlinie. Ein Paar fragwürdige 4th-Down-Entscheidungen will ich ihm nicht ankreiden. In der NFL ist es anscheinend immer noch nicht angekommen, dass man sich bei solchen an Erwartungswert halten sollte, besonders nicht bei Coaches wie Fox. Was ich ihm aber ankreiden werde sind zwei Entscheidungen zum Ende der regulären Spielzeit.

Nummer 1: Denver im Ballbesitz zum Ende des Spiels an der eigenen 47-Yard-Linie. Sieben-Punkte-Führung. Die Ravens haben bereits alle Timeouts genommen. Die Broncos sehen sich einem 3rd&7 gegenüber. Schaffen sie die sieben Yards, ist das Spiel entschieden und sie sind nur noch drei Mal abknien vom AFC Championship-Game entfernt. Ihr Quarterback heisst Peyton Manning. Was geschiet? Rookie-Running Back Ronnie Hillman wird der Ball in die Hand gedrückt, er wird gestoppt, bevor er auch nur einen Zentimeter Raumgewinn erzielen kann. Die Broncos müssen punten und geben den Raaben die Chance zum Comeback.

Nummer 2: Ein paar Minuten später: Die Ravens haben den fast geschenkten Ballbesitzt brav ausgenutzt, den ausgleichenden Touchdown gemacht und beim anschließenden Kickoff einen Touchback gekickt. Die Broncos haben den Ball an ihrer eigenen 20-Yard-Linie, noch 31 Sekunden auf der Uhr, sie haben zwei Timeouts im Gepäck und brauchen circa noch 40 Yards Raumgewinn, um ein spielentscheidendes Field Goald zu versuchen, dass sie zum AFC Championship schicken könnte. Der Quarterback (entschuldigt die Wiederholung) heisst: PEYTON MANNING! Ich rutsche auf der Sesselkante nach vorne, bin gespannt auf den Drive und denke schon über mögliche Playcalls nach. Doch dann: Coitus Interruptus. John Fox, anscheinend zufrieden mit Nachspielzeit, lässt Peyton abknien. Mile High explodiert, Twitter auch, Ich auch. John Fox ist konservativer als Fox News. Der Mann arbeitet hart für seinen Spitznamen.

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4 Antworten zu “Three Step Drop #6 Kaep elektrisiert / Broncos Passverteidigung / Denver zu konservativ

  1. zum broncos/ravens-ende:
    hab mich auch gewundert, warum man es nicht mal „tief“ probiert hat (die falcons habens ja n tag später gezeigt). aber man kann hier geteilter meinung sein. der wind muss wohl sehr doll gewesen sein und prater hatte nicht seinen besten tag…ergo, hätte man schon bis zur 20y-kommen müssen, und dann wärs immer noch noch 37yrd-FG geworden; ob er dass beim Gegenwind getroffen hätte?
    Und die Defense hatte schon zwei INT gefangen…

    Klar, hätte…wenn und aber… hinterher ist man immer schlauer; aber man hätte es sicher versuchen könne; gerade weil die Ravens keine Timeouts mehr hatten… man hätte beim 3rd.down immer noch abknien können

  2. Wie viel einfluss hat ein Pyton Mannign denn auf das Playcalling? Hätte er den 3&7 nicht einfach in einen kurzen Pass umcallen können?

  3. Normalerweise hat Peyton große Freiheiten, wenn es darum geht einen Spielzug an der Line zu ändern. In einer solchen spielentscheidenden Situation, wo die Entscheidung ob Run oder Pass eher eine Philosophie- als Taktikfrage ist, denke ich nicht dass sich das irgendein Head Coach aus der Hand nehmen lässt. Das wird er deutlich gemacht haben oder Peyton war dies klar.

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