Super Bowl Preview: Matchups & Mismatches

Noch drei Mal schlafen bis zum Superbowl. Die Vorfreude wächst! Die deutschsprachige Blogosphäre produzierte bereits lesenswertes Preview-Material. Korsakoff lieferte Team-Histories zu den beiden Konkurrenten Ravens und 49ers. Für Freunde des Podcast-Mediums haben die „Sofa-Quarterbacks“ um Andreas Renner und Nicolas Martin eine XXL-Edition ihres Podcasts im Angebot. Wo das große Spiel denn dann nun im Detail zu sehen sein wird, hat ebenfalls Korsakoff hier aufgelistet. Auch wir wollen unseren Beitrag zur allgemeinen Vorfreude auf das große Spiel leisten, und zwar auf unsere Weise.

In der NFL nehmen Matchups eine immens wichtige Rolle ein. Wichtig sind die Matchups zwischen ganzen Einheiten (zB Laufverteidigung Team A vs. Running Game Team B). Noch viel wichtiger sind aber individuelle Matchups (Right Defensive End von Team A vs. Left Tackle von Team B; Cornerback von Team A gegen Wide Receiver von Team B). Teams versuchen bei der Planung eines Spieltages zu identifizieren, bei welchen Matchups ihrer Spieler gegen gegnerische Spieler sie Vorteile für sich sehen. Welche individuellen Matchups im Super Bowl Sonntag Nacht für welches Team vorteilhaft sein sollten, habe ich im Folgenden aufgelistet.

1) Torrey Smith ( Wide Receiver, BAL) gegen die Donte Whitner (Safety, SF)

Cornerbacks abhängen ist so etwas wie die Spezialität von Zweitjahres-Sensation Torrey Smith. Das letzte prominente Opfer des pfeilschnellen Wide Receivers war der 12-malige Pro Bowler Champ Bailey, der im Playoff-Spiel vor drei Wochen vor allen Dingen damit beschäftigt war, Smiths im Winde wehenden Dreadlocks von hinten zu betrachten. Gutes Safety-Play wird also zur absoluten Notwendigkeit in diesem Matchup.

Beim anderen Niners-Safety Dashon Goldson müssen sich Jim Harbaugh und Konsorten auch nicht viele Sorgen machen. Donte Whitner auf der anderen Seite allerdings, der mehr für brachiale Hits als für flächendeckende Passverteidigung bekannt ist, scheint durchaus zu einem Rahim-Moore-esken Fehltritt in der Lage, wenn es um das Covern von Smith geht. Er hat in letzter Zeit einige seltsame Winkel genommenIn der Haut von Jim Caldwell würde ich vermutlich versuchen, Smith durch Motions und Crossing Routes so oft wie möglich ins Gesicht von Whitner zu bekommen, und auf einen Fehltritt dessen hoffen.

2) Anquan Boldin (Receiver, BAL) gegen Carlos Rogers (Cornerback, SF)

Anquan Boldin ist ein Linebacker auf der Receiver-Position. Ich will hier gar nicht von Runblocking sprechen, denn wer es hier mit Boldin zu tun bekommt, hat meistens sowieso schon verloren. Aber auch Receiving-mäßig ist Anquan in der Form seines Lebens. Obwohl fast nie per Definition „frei“, pflückt er trotzdem einen Ball nach dem anderen aus der Luft und macht aus 50:50 Situationen 95:5-Situationen.

Carlos Rogers dürfte es im Super Bowl häufiger mit Boldin zu tun bekommen und seine jüngere Vergangenheit spricht nicht gerade für ihn. In dieser Saison liess er sich zu oft von guten Routen (nicht unbedingt von purem Speed) schlagen, was das Mismatch Boldin vs Rogers aus San Francisco-Sicht noch verschlimmert.

3) Colin Kaepernick (Quarterback, SF) gegen einen potentiellen „Spy“ (Linebacker, BAL)

Es ist kompliziert, den Läufer Kaepernick zu stoppen. In einem Artikel vor einigen Wochen hatte ich demonstriert, dass man bei der Verteidigung des mobilen Quarterbacks oft nur die Wahl zwischen zwei Giften hat („Pick your Poison“). Wie man Kaeps „designte“ Runs (also echte Laufspielzüge wie den Zone Read) stoppen kann, demonstrierten die Falcons im NFC-Championship-Spiel eindrucksvoll (wenn auch nicht, wie man Gore und LaMichael James gleichzeitig auch noch im Zaum hält).

Sollten die Ravens allerdings gegen den „Scrambler“ (also improvisierte Runs) Kaepernick einen „Spy“ (wird im verlinkten Artikel erklärt) einsetzen, sehe ich das als eindeutiges Mismatch. Egal wer diesen Job übernehmen wird, ich denke, keiner der hierfür in Frage kommenden, ob Ray Lewis, Dannell Ellerbe oder sogar ein Defensive Lineman kann mit Kaeps Athletik und Speed mithalten.

4) Vernon Davis (Tight End, SF) gegen JEDEN

Für mich ist es immer noch unvorstellbar, wie Tight End Vernon Davis nach dem Wechsel auf der Quarterback-Position in San Francisco so in der Versenkung verschwinden konnte (nur 174 Yards, 1 TD in acht Spielen). Rechtzeitig zum wichtigsten Spiel ihrer beiden Karrieren scheinen aber Colin Kaepernick langsam „on the same page“ zu sein, ihre Chemie gefunden zu haben, in zwei Playoff-Spielen fing Davis bereits Pässe für 150 Yards und einen Touchdown.

Was mich zum Mismatch bringt: Ich will die steile These aufstellen, dass Davis mit der richtigen Route ausgestattet, von keinem Baltimore-Verteidiger zu stoppen sein wird. Die Linebacker Lewis und Ellerbe sind definitiv zu langsam um mit ihm mitzuhalten (Davis ist trotz seiner 113 Kilo einer der schnellsten Spieler überhaupt in der NFL). Auch schnellere Passverteidiger wie Cornerbacks werden Probleme haben, ihn zu covern, diese aufgrund seiner Physis und Größe. In der Haut des Offensive Coordinators Greg Roman würde ich einen Schwerpunkt darauf setzen, die Pille in die Hände von Vernon Davis zu bekommen. und dies vor allen Dingen über die Mitte wo er die Zonenverteidigung von Ravens-Linebackern ausnutzen kann.

Schau mer mal.

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3 Antworten zu “Super Bowl Preview: Matchups & Mismatches

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