Three Step Drop #7 – Super Bowl 47 Recap

Ich bin emotional noch schwer gebeutelt vom Spiel, trotzdem will ich drei impulsive Kurzreaktionen in die Weiten des WWW tippen, bevor ich mich wohlverdient ins Land der Träume begeben werde.

1) Die Schiedsrichter haben die Flaggen stecken lassen

Jerome Boger und seine Crew, eigentlich für eher penibleres Refereeing (insbesondere bei Holding-Calls) bekannt, haben in der Super Bowl-Nacht offensichtlich einen anderen Ansatz gewählt. Sie haben die Teams „spielen lassen“, wie es so oft von den TV-Analysten der Footballwelt gefordert wird. Nur selten flogen Flaggen. Bei nahezu allen grenzwertigen Aktionen bliebt die Flagge im Hosenbund stecken. Die Laissez-faire-Attitüde der Refs erreichte lächerliche Ausmaße, als Raven Carey Williams einen Schiedsrichter im Rahmen eines Getümmels schubste und dafür NICHT ejected wurde (die Regeln lassen hier keinerlei Interpretationsspielraum).

Die Defensive Backs der Ravens machten recht schnell im Spiel, spätestens jedoch in der zweiten Halbzeit die Anpassung daran und sprangen mit den Niners-Receivern viel härter um, auch wenn der Ball in der Luft war. Eine logische Folge war dann der wahrscheinlich spielentscheidende Nicht-Call der Pass Interference/ des Defensive Holdings gegen Jimmy Smith, der meines Erachtens durchaus „callbar“ gewesen wäre, aber im Zusammenhang mit dem Officiating des Abends definitiv konsequent auf der gleichen Linie war.

2) Ravens kamen mit Druck, und den Niners fehlten die Anpassungen

Viel wurde im Vorfeld geschrieben über verschiedene Arten, die Niners-Offense in Zaum zu halten. Die Ravens entschieden sich heute Nacht in der Mehrheit der Fälle für Druck durch Blitze, was in vielen Fällen erfolgreich war und zu Sacks, schlechten Würfen oder Tackles im Backfield führte. Was mir auf Niners-Seite offensiv gefehlt hat, waren Anpassungen hieran.

Ich habe im ganzen Spiel keinen Screenpass gesehen, einen Klassiker im Blitz-Ausbremsen. Auch Quickpasses über die Mitte wären ein Mittel gewesen, so etwas zu stoppen, oder zumindest zu bestrafen. Leider Fehlanzeige. Einen „Rookie-„Fehler leistete sich Kaepernick auch, indem er seinen Snapcount zu wenig variierte. Zu oft waren Ravens-Blitzer perfekt auf seinen Snapcount abgestimmt und überquerten die Line of Scrimmage exakt zum richtigen Zeitpunkt. Ein erfahrener QB hätte hier wohl öfter einmal die Aggressivität der Blitzer genutzt um ein paar Offsides-Strafen aufzusammeln und die Rusher in ihre Schranken zu weisen, indem er das Snappen des Balles verzögert oder es mit einem HARD COUNT probiert.

3) Ray Lewis Impact: nicht vorhanden

Das ist vielleicht eine der wichtigsten Lektionen, die der aufgeklärte Football-Fan von heute Nacht mitnehmen kann. Auch wenn Ray Lewis morgen alle Titelseiten, SportTalk-Radios und ESPNs dieser Welt in Beschlag nehmen wird, so hat er doch zu dem Spiel an sich eher wenig Gutes beigetragen.

Zu oft ließ er sich in Gaps von Gore und James verlagern, wenn er eigentlich ein sicheres Tackle hätte machen können. Zu oft wurde deutlich, dass er so gut wie niemanden mehr covern kann in Passverteidigung, Vernon Davis schon gar nicht. Ich hoffe, zu der Causa Lewis noch mehr sagen zu können, wenn ich das All-22 geschaut habe, aber mein direkter Eindruck nach dem Spiel ist: Viel Rauch um Nichts.

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Eine Antwort zu “Three Step Drop #7 – Super Bowl 47 Recap

  1. Ray Lewis war gestern geradezu grotesk schlecht für mein Empfinden, der Stand nur noch als Aufsteller für die Last Ride Geschichte auf dem Feld. Ich mag ihn, aber der Ring gestern war für Ed Reed.

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