Three Step Drop #8 – NFL Scouting Combine – Die Unterwäsche-Olympiade

Einmal im Jahr treffen sich General Manager, Coaches und Scouts aller NFL-Teams in Indianapolis um die Creme de la Creme der jeweiligen Draftklasse in Aktion zu bewundern. Ich war schon dabei, einen allumfassenden Artikel von epischer Länge zu schreiben, als ich merkte, dass sich der gute korsakoff diesem Thema schon ausführlichst gewidmet hatte: Von heute: Vor der NFL-Combine 2013: Die W-Fragen.

Von vor zwei Jahren mit immer noch aktuellen Infos zu den einzelnen Tests: NFL Combine – Bitte nicht zuviel Grips.

Aus diesem Grund beschränke ich mich heute auf drei locker aus der Hüfte geschossene Gedanken und Ergänzungen zu den allgemeinen Informationen.

1) Spielerinterviews

Ein nicht zu unterschätzender Teil des Prozesses in Indy sind die Interviews der Anwärter mit den Teams. In diesen 15-Minuten-andauernden Gesprächen wird den Draft-Prospects auf den Zahn gefühlt wie selten zuvor. Wie Mike Garafolo in dieser Story beschreibt, müssen die Spieler auch unkonventionelle Fragen beantworten, zum Beispiel: „Was würdest du tun, wenn ich dir jetzt eine reinhauen würde?“. Oder auch: „Was tust du als erstes, wenn du morgens aufstehst?“.

Die Athleten erhalten im Zuge der Vorbereitung auf das Combine viel Training, wie man sich in diesen Interviews verhalten sollte. Trotzdem müssen die Teams irgendwie die Schichten aus gutem Training abblättern um auf den wahren Kern eines Spielers zu stoßen. In 15 Minuten. Viel Glück dabei!!! Die Interviews finden ohne TV-Kameras statt, ein Faktum, das nicht unumstößlich scheint.

2) Was ist mit Spielern, die nicht nach Indy eingeladen wurden?

Insgesamt beweist die NFL ein recht gutes Näschen dafür, wer zum Combine eingeladen wird und wer nicht. Trotzdem werden jedes Jahr werden viele Spieler gedraftet oder unterschreiben als Undrafted Free Agents bei Teams, die nicht zum Combine eingeladen waren. Einer der bekanntesten von ihnen ist der deutsche Sebastian Vollmer, der obwohl er keine Einladung zum Combine erhalten hatte, 2009 in der zweiten Runde genommen wurde.  Diese Spieler haben zum einen die Möglichkeit, sich bei den „Pro Days“ ihrer Universität einer Auswahl von Scouts zu präsentieren oder eines von zehn „Regional Combines“ in ganz Amerika zu besuchen.

Eine Regional-Camp-Erfolgsstory war letztes Jahr der Rookie-Kicker der Rams, Greg „The Leg“ Zuerlein. Ein anderes Mitglied der kickenden Zunft sorgt dieses Jahr für Schlagzeilen in Kombination mit den Regional Combines. KickerIN Lauren Silberman ist die erste Frau, die an einem NFL-Combine teilnehmen wird. Ich habe keine Ahnung wie gut sie ist, aber selten habe ich so hart für jemanden die Daumen gedrückt.

3) Bedeutung der Combine-Workouts  nicht überschätzen!

„Everybody looks good in shorts“ ist das geflügelte Wort bei Scouts dieser Tage. Auch wenn das Combine zu einer einmaligen Chance eines Job-Interviews hochstilisiert wird, ist seine Bedeutung für die Draftboards von NFL-Teams wohl eher geringer einzuschätzen.Mehrere Scouts haben sich in die Richtung geäußert, dass sie die Combine-Performance eher als „Kontrolle“ ihrer Tape-Analysen verwenden, als als ein Ereignis, das diese komplett umstoßen kann.

Wenn Scouts in den Zahlen oder Interviews etwas bemerken, das sich als nicht kongruent mit ihren bisherigen Einschätzungen über einen Spieler erweist, werden sie zurück zu den aufgezeichneten Spielen der Spieler gehen, um diese erneut zu analysieren und sehen ob sie etwas übersehen haben.

Trotzdem gibt es jedes Jahr „Workout-Warriors“, denen es gelingt mit einer exzellenten Combine-Performance über eine eigentlich nicht so pralle College-Karriere hinwegzutäuschen, was Teams dazu verleitet, sie zu hoch zu nehmen. Das beste Beispiel scheint (zumindest jetzt noch) der Defensive Tackle Dontari Poe zu sein, der letztes Jahr in der ersten Runde von Kansas City verpflichtet wurde, obwohl er in seiner letzten Saison am College (Memphis) nur einen einzigen Sack  erzielen konnte und generell als recht fauler Spieler galt.

Obwohl das NFL Combine auf dem Papier gar nicht sooooooooo unglaublich Bedeutung trägt, werde ich Samstag, Sonntag, Montag und Dienstag von 15:00 Uhr an so viel Zeit wie möglich vor dem Stream sitzen und die Prospects begutachten, und das nicht nur wegen Rich Eisens alljährlichem 40-Yard-Dash.

Join me, ich werde mir vorraussichtlich die Finger wundtweeten 😉

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