Björn Werners Combine Workout: Bilder, Zahlen, Eindrücke

Nie habe ich ein NFL Combine verfolgt wie das diesjährige. In seltenen out-of-body-Momenten habe ich mich zwar gefragt, ob ich wirklich gerade fast vier komplette Nachmittage damit verbringe, Männern in Unterhosen bei Leichtathletik und Vermessungen zuzusehen. Aber diese Gedanken verfliegen schnell, die Combine-Workouts faszinieren mich einfach.

An anderer Stelle hat korsakoff die deutschsprachigen Combine-Interessierten schon mit allgemeinen Tagesrückblicken zu den einzelnen Combine-Tagen versorgt (bis jetzt: Samstag & Sonntag). Heute (Montag) war nun allerdings der große Tag der deutschen Superstar-Hoffnung Björn Werner. Wie die der Öffentlichkeit zugänglichen Teile des Combines für ihn gelaufen sind, soll dieser Beitrag beleuchten.

Maße:

Eine kleine Überraschung beim Vermessen. Werner bringt bei seinen nach wie vor 1,93 m Körpergröße ganze 126 kg auf die Waage, zirka 5 kg schwerer als erwartet. Vielen Teams wird das gefallen. Die 33 1/4″ Arme und 9 5/8″ Hände dagegen entsprachen den vorher angenommenen/bekannten Werten.

Workouts:

bench 1

Bench Press: Werner stemmte die 100 Kilo sehr solide 25 Mal. Mit dieser Performance bewies er, dass er diszipliniert im Kraftraum arbeitet. Viele seiner Defensive-Line-Kollegen schafften mehr, aber solange man sich hier keinen Damontre Moore-mäßigen Ausrutscher nach unten (nur zwölf Reps) erlaubt, ist alles in Ordnung.

bench 2

40-Yard-Dash: Werner rannte eine Zeit von 4,83 s, durchaus im erwarteten Rahmen, aber nicht so schnell wie man sich gewünscht hätte. In die Top 10 der Defensive Ends schaffte er es damit nicht. Wichtiger für die NFL-Teams ist allerdings sowieso der 10-Yard-Split, also die Zeit, die ein Spieler braucht um die ersten 10 Yards des 40-Yard-Dash zurückzulegen. Diese Zeit war mit 1,66 Sekunden durchaus manierlich.

40 1 40 2

Sprünge: Mit einem Vertical Leap (Höhe eines Sprungs) von 31″ (79 cm) und einem Broad Jump (Weitsprung aus dem Stand) von 9′ 3″ / 2,81 m sprang Werner nicht aus der Halle, doch wenn man ihn als 4-3 End bewertet und nicht als Outside Linebacker, sind diese Zahlen gut. Von letzterem hätte man sich etwas mehr Explosivität erhofft, aber auch angesichts seiner Performance in den Positions-Drills gehen diese Zahlen schon klar.

L-Drill & Shuttle Run: Hier warte ich noch auf Zeiten

Position Drills:

In den DL-Position Drills, die gezeigt wurden sah Werner exzellent aus und entlockte sogar dem kritischen Mayock einige beeindruckte Pfeiflaute. Seine Hüften wirkten flüssig und er bewegte sich kontrolliert und kraftvoll.

pos drills 2 pos drills

Danach beteiligte er sich noch an den Linebacker-Drills für diejenigen Defensive Linemen, die als „Conversion-Guys“ gelten, also eventuell von 4-3 End auf 3-4 Outside-Linebacker umgeschult werden könnten. Bei diesen Passverteidigungs-lastigen Drills sah Werner weniger gut aus, er kam bei Richtungswechseln nicht so tief wie er sollte und wirkte etwas steif im offenen Feld, was allerdings auch absolut zu erwarten war.

lb drills 2 lb drills

Talking Heads:

Der respektierte NFL Network Analyst Mike Mayock klärte während der Übertragung noch einmal seine Position zu dem Deutschen. Seiner Meinung nach sei Werner in einem „normalen Draft“ kein Top10-Prospect, er sehe in ihm eher einen Ende der ersten Runde, Anfang der zweiten Runde anzusiedelnden Spieler, von dem man wüsste, was man erwarten könne.

Die Crew um Mayock verglich ihn mit dem starken Rams-Defensive-Lineman Chris Long, den sie zum Zeitpunkt als dieser gedraftet wurde allerdings für den besseren Spieler hielten.

Neben den eindrucksvollen sportlichen Momenten kümmerte sich der Werner auch noch um Völkerverständigung und das Umstoßen von hartnäckigen Vorurteilen von Amerikanern gegenüber Deutschen. Good Job Björn!

Next Stop: 25. April, Radio City Music Hall, New York: 2013 NFL Draft

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Eine Antwort zu “Björn Werners Combine Workout: Bilder, Zahlen, Eindrücke

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