Regel-Ecke #11

Heute: Unsportliches Verhalten (Regel 12, Abschnitt 3)

Die Regel:

Eine im Football nicht selten gepfiffene Strafe ist das unsportliche Verhalten von Spielern oder Trainern gegenüber Gegenspielern oder Offiziellen. Vielfach als typisch-amerikanisch-prüde gebrandmarkt („die dürfen nicht mal richtig jubeln nach dem Tochdown“) steckt doch noch etwas mehr dahinter.

Das NFL Regelbuch besagt zunächst recht allgemein, dass jeder Akt, der gegen die allgemein gültigen Werte von Sportlichkeit verstößt als unsportliches Verhalten zu ahnden ist.
Da es offensichtlich doch nicht so klar ist, was so alles gegen die hohen Werte amerikanischen „Sportsmanships“ verstößt, wird dies anschließend präzisiert.

So gelten unter anderem folgende Aktionen als unsportlich: (Auswahl!)

– schlagen oder treten eines Gegners
– verhöhnen, auslachen, beschimpfen, Fäkalsprache usw… gegenüber allen am Spiel beteiligen Personen.
– exzessives feiern (meistens von Touchdowns), v.a. durch verhöhnen, gestikulieren, Aktionen am Boden, abnehmen des Helmes usw…
– Unnötiger physischer Kontakt gegenüber Referees.
– Spielverzögerung durch mehr als zwei Spielverzögerungsstrafen während eines Downs oder durch mehrmalige Verletzung der Auswechsel-Regelungen.
– Kicker oder Punter die vortäuschen gefoult (Roughing the Kicker) worden zu sein.
– aufstützen oder sonstige Zuhilfenahme des Mitspielers um einen Kick zu blocken.

Diese Konkretisierungen nehmen teilweise skurrile Formen an. So wird beispielsweise Thema unangemessene Sprache beschrieben (Achtung Zitat!):
„These acts include but are not limited to: sack dances; home run swing; incredible hulk; spiking the ball; spinning the ball; throwing or shoving the ball; pointing; pointing the ball; verbal taunting; military salute; standing over an opponent (prolonged and with provocation); or dancing.“

Allerdings gibt es im zweiten Abschnitt der Regel auch noch interessante Anmerkungen. So kann ein Team, dass nahe der eigenen Goalline steht und wiederholt Fouls begeht (da die Entfernung zu Goalline ja immer nur halbiert wird) mit einem Score für das offensive Team bestraft werden, wenn es zuvor gewarnt wurde. So wird verhindert, dass ein Team allein durch ständiges Foulspiel den Punktgewinn des Gegners vereiteln kann. Angerechnet wird die Punktzahl um die es in der jeweiligen Situation geht.

Abschnitt drei beschreibt abschließend einen „offensichtlich unfairen Akt„. Sollte ein Auswechselspieler offensichtlich unfair ins Spielgeschehen eingreifen, darf der Referee jegliche Distanz-Strafen oder sogar einen Score verhängen.
Das NFL-Regelbuch besitzt somit tatsächlich eine Regel, wonach Punkte aus einer Strafe resultieren.

Strafen bei Missachtung:

– Für unsportliches Verhalten: 15 Yard Raumstrafe
(Spot je nach Zeitpunkt des Fouls; Ausnahmen: siehe oben).

Warum die Regel wichtig ist:

Gerade ein körperlicher Sport wie Football benötigt natürlich eine Regel die besagt, wie unsportliches Verhalten bestraft wird. Streiten sollte man sicher über die ein oder andere Konkretisierung. Außerhalb des NFL-Regelbuchs (sprich: auf dem Spielfeld) kommt die Regel fast ausschließlich bei Feiernden zum Einsatz, die wahlweise zu exzessiv oder vielleicht auch zu schlecht tanzen, singen, klettern oder was auch immer. Hier sollte man Emotionen meiner Meinung nach zulassen.
Ansonsten wäre die Regel auch mit einem Satz zufriedenstellend: Jedes unsportliche Verhalten ist ein Foul.

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2 Antworten zu “Regel-Ecke #11

  1. Ich kann es beim besten Willen nicht verstehen, wie Tanzen, der Hulk oder das spiken oder spinnen des Balls unsportlich sein soll – solang der Gegner damit nicht direkt verhöhnt wird (in Richtung Defense Spieler), soll jeder, der es in die Endzone schafft, das mit seinen Teamkameraden und Fans auch feiern können.
    Dass zudem noch der Military Salut verboten ist, obwohl diese Sportveranstaltungen oft zu halben Militärwerbungen missbraucht werden (Soldaten in Uniform, Flyover ect.) zeigt wie das Wettverbot und das gleichzeitige „Glücksspiel“ Fantasy Football um Geldbeträge die Doppelmoral in diesem Sport seitens der Verantwortlichen.
    Das Excessive Celebration ist in dieser Form für mich einfach nur überzogen und unnötig.
    Schlagen, Treten, Beledigungen, Verhöhnungen ect sind aber ganz klar unsportliches Verhalten und sollten auch streng geahndet werden.

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