GFWTC-Log Flo: Meine ersten beiden Runden

Am Mittwoch gings los mit der German Football Writers Teambuilding Challenge. Nachdem Benni und ich uns im Rahmen des dieswöchigen Hard Count Podcasts als Glücksfeen versucht hatten, sah die Draftreihenfolge so aus, dass ich den sechsten Pick hatte (Benni hatte etwas mehr Glück, er bekam Pick #3).

Ich werde in diesem, meinem GFWTC-Log meine Picks und die Entscheidungsprozesse dahinter präsentieren. Ich werde zunächst kurz die Ausgangssituation beschreiben und danach auf das „Warum?“ eingehen.

Mit den ersten fünf Picks wurden Colin Kaepernick (Andy Goldschmidt), Aaron Rodgers (korsakoff), Adrian Peterson (Benni), J.J. Watt (Herrmannn) und Calvin Johnson (Daniel) gepickt. Das heisst ausser den gerade genannten standen mir alle NFL-Spieler (ausser Rookies) zur Verfügung. Ich war am Drücker und hatte die Qual der Wahl.

Ich dachte zunächst an einen Quarterback, wie es wahrscheinlich die meisten an dieser Stelle getan hätten. Aaron Rodgers wäre meine allererste Wahl gewesen, der war allerdings schon vom Board. Da meine ursprüngliche Taktik war, mir einen der mobilen Jungs zu schnappen um Defenses mit Bootlegs mit Laufoptionen und Read-Option-Spielzügen zu terrorisieren, wären die nächsten in Frage kommenden QBs Andrew Luck, RGIII, Russel Wilson und Cam Newton gewesen. Für diese Jungs war es mir allerdings zu früh und ich war guter Dinge einen von ihnen noch in Runde zwei abgreifen zu können. Zwischen jetzt und meinem nächsten Pick waren nur vier verschiedene Spieler, die Chancen standen ganz gut. Also wählte ich guter Dinge….

Runde 1, Pick 6 (#6 overall): Von Miller, Pass Rusher, Denver Broncos

http://a.espncdn.com/combiner/i?img=/i/headshots/nfl/players/full/13976.png&w=350&h=254

Scheme-Fit:

Noch gibts kein Scheme in meiner Defense. Ein guter Coach baut sein System um seine Spieler herum, bzw passt es an diese an, und genau das habe ich vor. Mit Von als erstem Spieler bin ich ausserdem noch nicht auf eine bestimmte Art, Defense zu spielen festgelegt. Er kann sowohl 3-4 Outside-Linebacker spielen, wie auch mit der Hand im Dreck einen 4-3 Defensive End. Offiziell gelistet ist er als 4-3 Outside Linebacker, eine Tatsache die etwas ulkig ist, wenn man bedenkt, dass er bei 75% aller Passspielzüge auf den Quarterback losgelassen wurde und nur selten in Passverteidigung droppte. Im Laufe der Challenge wird dieser Abschnitt der Erklärung wahrscheinlich länger werden, aber fürs Erste kann man es wohl dabei belassen.

Der beste Pass Rusher der Liga

Die nackten 2012er-Zahlen sprechen schon einmal Bände: 20 Sacks, 16 Hits, 6 Forced Fumbles, 56 Hurries, +52,9 Pass Rush Grade (PFF). Keiner machte mehr Druck über aussen. Keiner machte mehr Druck über innen.

Im Vergleich mit Spielern, die andere Positionen spielen, schneidet Miller gut ab. Die (nicht nur) von mir als Football-Datenquelle hochgeschätzten Jungs von Pro Football Focus sehen ihn als den viertbesten Spieler der letztjährigen NFL-Saison, womit #6 ihn zum Value-Pick machen würde. Auch auf der lächerlichen Top 100-Liste von nfl.com ist er in den Top Ten. Wird also schon was dran sein. Er hat keine Spiele, in denen er „verschwindet“. Nur in einem von 16 Spielen gab es eine negative Wertung von den PFF-Jungs für ihn.

rating by week von

Die Konstanz in Person, ein Mann ohne Schwächen

Ich stehe auf Konstanz. Wenn ich eine Defense baue aus nur 12 Spielern, dann kann ich mir es nicht erlauben, Schlüsselpositionen mit Boom-or-Bust-Spielern zu besetzen, die manchmal alles abreissen und manchmal aussehen wie ein Triple-AAA Collegespieler, der am Tag vor dem Spiel zu viel gesoffen hat. Ich brauche jemanden, der jeden Snap auf Elite-Level spielt. Vor allen Dingen von meinem besten Pass Rusher. Genau das bekommt man mit Von Miller. Wir sprechen hier von einem Mann, der letzte Saison genau DREI Tackles verpasste. D R E I. Als es darum ging, etwas über seine Schwächen zu schreiben, fassten sich die Jungs von PFF kurz: keine.

Wie zufrieden bin ich mit dem Pick?

hoch

Ich bin mir sicher, dass ich für meine Defense mit dem Pick einen spektakulären Grundstein gelegt habe und mir gleichzeitig taktisch noch alle Wege offengehalten habe. Ausserdem kann ich mit gutem Gewissen sagen BPA (Best Player Available) gedraftet zu haben.

 

Runde 2, Pick 5 (#15 overall): Peyton Manning, Quarterback, Denver Broncos

http://a.espncdn.com/combiner/i?img=/i/headshots/nfl/players/full/1428.png&w=350&h=254

Es kam etwas anders als gedacht. Die jungen, wilden, mobilen QBs purzelten vom Board wie Fallobst. An #7 ging Russell Wilson an Christian, an #9 verpflichtete Roman Andrew Luck und mit Pick #10 verabschiedete sich mit Robert Griffin III auch das letzte Mitglied dieser vielversprechenden Zweitjahres-QB-Klasse (Tannehill mal aussen vor gelassen) in Johnys Team. Es blieben für mich drei Optionen:

1) Cam Newton nehmen (kam mir irgendwie zu früh vor für ihn)

2) Mit Peyton Manning / Tom Brady einen „klassischen“ QB nehmen

3) Den besten Nicht-QB auf meinem Board verpflichten und mich in späteren Runden um einen QB kümmern

Ich entschied mich im Endeffekt für Option Nummer Zwei. Meine Philosophie in den frühen Runden dieses Drafts ist es, dass ich die jeweils Besten Spieler auf den von mir hoch geschätzten Positionen haben will. Mit Peyton Manning habe ich dazu eine Chance, mit Cam Newton/einem späteren QB wohl kaum.

Scheme Fit:

Der Manning-Pick warf alle meine Read-Option- / Bootleg-QB-Pläne über den Haufen. Da ich zu diesem Zeitpunkt aber noch keinen anderen Offensespieler gedraftet habe, sind diese eben genau das: Pläne. Und Pläne kann man ändern. Die Pläne sind geändert, und werden sich mit dem Draften der nächsten Offensivspieler offenbaren.

Der Beste Quarterback aller Zeiten?

Man kann damit argumentieren, dass ich mir den historisch besten QB aller Zeiten unter den Nagel gerissen habe. Seine Statistiken (insbesondere die in der Regular Season) sehen positiv aus im Vergleich mit den Mitbewerbern um die GOAT-Krone.  Der Hauptkritikpunkt seiner Gegner/Hater sind seine Performances in den Playoffs, die sich rein statistisch wirklich nicht schön lesen. Ich persönlich halte allerdings von dieser fast willkürlichen Unterteilung Regular Season/Playoffs wenig bis gar nichts. „Clutch“ness ist ein Attribut, dass ich gerne ins Fantasieland der Sportpundits abschiebe, wo auch das Wörtchen „Momentum“ zuhause ist.

Zu Peyton Manning an sich muss ich eigentlich nicht besonders viel sagen. Er ist ein Quarterback, der das Spiel vor allen Dingen mit seinem Hirn spielt. Eine von ihm geführte Offense ist immer im richtigen Laufspielzug gegen eine bestimmte Front; eine von ihm geführte Offense ist immer in der richtigen Passprotection gegen bestimmte Blitz-Looks. Diese Tatsachen steigern seinen Wert weit über die nackten Zahlen seiner Pass-Aktivitäten hinaus.

Diese können sich allerdings auch sehen lassen. Er führte alle Quarterbacks im PFF-Quarterback-Rating in der vergangenen Saison. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Aaron Rodgers? fast zehn Punkte! Nach Football-Outsiders DVOA ist er der Zweitbeste hinter Brady, nach ESPNs Metrik „QBR“ ist er der Beste (mit Abstand).

manningstats

Auch sein Werfen der tiefen Bälle, das von vielen Pundits als problematisch angesehen wurde (nach seinen vielen OPs am Nacken) war exzellent. Er hatte die dritthöhste Genauigkeit aller Quarterbacks bei tiefen Pässen.

Wie zufrieden bin ich mit dem Pick?

Irgendwas zwischen

hoch und mittel

Ich musste meine „mobiler Quarterback“-Strategie zwar über den Haufen werfen. Allerdings ist nichts verkehrt daran einen der besten QBs aller Zeiten under Center zu haben. Jetzt liegt es an mir, um ihn herum eine funktionierende Offense zu bauen.

 

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6 Antworten zu “GFWTC-Log Flo: Meine ersten beiden Runden

  1. Pingback: Meine Strategie in der GFWTC | Football is Sex, Baby!·

  2. Pingback: GFWTC, Week 1 im Rückspiegel: Die Denke vom „Value“ und warum ich selbst beim Besten mit mir kämpfen musste | Sideline Reporter·

  3. Die Blogeinträge zu den ersten paar Runden kommen ja so langsam. Könntet ihr vielleicht die „gesammelten“ Einträge auf der Website der GFWTC posten? Verliere gerade den Überblick.

  4. Pingback: GFWTC – Benni Style! | Hard Count | A German NFL Blog·

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