GFWTC-Log Flo: Runde 7 – Adrenalin-Edition

DISCLAIMER: Dieser Artikel entstand in den Minuten vor, während und nach meinem Pick. Ich stand unter akutem Schlafentzug und war umgeben von staubigen alten Politikwissenschaftsbüchern. Man sehe mir meine Begeisterung und den ein oder anderen überflüssigen Hyperlativ nach.
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Eigentlich hatte ich mir (von den Erfahrungen zu vieler Fantasydrafts gebrandmarkt) für die GFWTC geschworen, mir immer erst Gedanken um meinen Pick zu machen, wenn ich tatsächlich „on the clock“ sein würde. Das sollte meine Laune oben und meinen Adrenalinspiegel unten halten und hatte bis jetzt auch recht gut geklappt.
In Runde Sieben kam es aber anders, und so fand ich mich einen Pick bevor ich überhaupt an der Reihe war, mit einem Spieler liebäugeln. Diesen Spieler hatte ich bis jetzt überhaupt nicht auf dem Plan gehabt. Er würde aber perfekt in meine als sehr variabel geplante Offense reinpassen, ist ein „moveable chesspiece“ wie die Experten zu sagen pflegen.

Vor mir dran war nur noch Daniel. Unruhig studierte ich sein bisheriges Team. Er war einer der wenigen, die in den frühen Runden auf einen Quarterback verzichtet hatten. Hatte einen Schwerpunkt auf Defensespieler gesetzt. Ich malte mir zuerst 5 verschiedene Szenarien aus, in denen Daniel einen anderen Spieler pickte. Doch wie das Damoklesschwert hing sein kommender Pick über mir und ich konnte nichts anderes tun als zu warten.

Um 13:16 Uhr erlöste mich die frohe Botschaft:

Danke Daniel, du hast was gut bei mir. Mein Weg war frei. In Bruchteilen von Sekunden hatte ich mich auf der GFWTC-Seite eingeloggt und tippte ein…

Runde 7, Pick 66: C.J. Spiller, Running Back, Buffalo Bills

cj

Ein Running Back, really?
Ich picke einen Running Back als meinen siebten Spieler. Hätte mir das vor dem Start der GFWTC jemand erzählt, hätte ich mit einer Mischung aus Lach- (Falls als Witz gemeint) und Schreikrampf (Falls ich mich in einem Alptraum befinden sollte) reagiert. Bin ich immerhin auch einer der vielen Prediger des verfallenden Running Back-Values. Spiller ist aber kein RB, zumindest kein klassischer.
Neben Spillers Namen steht zwar „RB“, aber eigentlich sollte er in der NFL eher die Bezeichnung tragen, die die Jaguars für Denard Robinson gewählt haben: OW, Offensive Weapon. Dieser Junge kann alles, und scheint nach 3 Jahren behutsamen Einlernen teilweise als Receiver, teilweise als RB hinter Fred Jackson bereit dafür, die komplette Liga abzufackeln dieses Jahr. Mark my words!

Scheme-Fit

Spiller ist kein Back, den man down für down mit I-Formation und einem Fullback vorneraus durch die Mitte der Line rennen lässt. Das wäre schlichtwegs Verschwendung. Spiller braucht ein kleines bisschen Platz, um seine Gefährlichkeit voll auszuspielen. Von den Bills sah man viel Pistol letzte Saison. Ob ich Peyton auf seine alten Tage noch die Pistol lernen lasse, oder mir was anderes ausdenke werden die nächsten Runden zeigen.
Was Spiller auf jeden Fall bringt ist Vielseitigkeit. Er ist aus dem Backfield genau so gefährlich wie aus dem Slot als Receiver, weshalb er, egal wie meine endgültige Offense aussehen wird, ein Schlüsselstück sein wird, an dem sich gegnerische Defensive Coordinators die Zähne aussbeissen werden.

C.J. Thriller

Auf den Schirmen der durchschnittlichen Football-Fans ist der 1,80m große, 91 kg schwere Spiller aus unverständlichen Gründen immer noch nicht angekommen. Spätestens seit letzter Saison muss er einfach als Elite-Playmaker in den Köpfen der Menschheit verankert sein.
Allein schon seine konventionellen Statistiken sehen unglaublich aus (für einen der nicht Peterson mit Nachnamen heisst): Er rannte den Ball 207 mal für 1244 Yards. Schnelle Kopfrechner merken bereits: Unglaubliche 6,0 Yards pro Lauf. Der einzige andere Running Back, der das geschafft hat ist der besagte Peterson (immerhin MVP der Liga). Dank PFF wissen wir: 742 seiner 1244 Yards kamen nach dem ersten Kontakt. Das bedeutet: Bei jedem X-beliebigen Run machte Spieller 3,6 Yards nach dem ersten Kontakt! Das ist so viel wie Trent Richardsons oder Jonathan Stewarts kompletter Durchschnitt (vor und nach dem Kontakt zusammen).
Wem die nackten Zahlen nicht genügen, der überzeuge sich bitte anhand folgender Videohighlights:

Nach dem Sichten dieser Highlights wird klar: Ein Spiller mit dem Ball in der Hand rennt nicht. Er hüpft, bounct, rollt, jump-cuttet, schlägt haken, boostet und schaltet in Extragänge. Zwei Sprachen reichen nicht aus um diesen elektrisierenden Spieler zu beschreiben. Gut ihn in meinem Team zu haben!

Aber jetzt entschuldigt mich bitte. C.J. und ich müssen auf weissen Pferden in den Sonnenuntergang reiten!

pferds

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Eine Antwort zu “GFWTC-Log Flo: Runde 7 – Adrenalin-Edition

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