Happy Holidays – oder: Ein paar Gedanken zwischen den Jahren

Liebe Hardocount-Freunde,

da Flo meinte er müsse zu Weihnachten mal geschwind um die halbe Welt fliegen hat es leider die letzten beiden Wochen nicht für einen Podcast gereicht. Rechtzeitig zu den Playoffs sind wir aber wieder zurück.  Kurz nach dem Geschenke-auspacken nun noch kurz drei weihnachtliche Gedanken und Wünsche von mir rund um die NFL.

1. Die NFL ist spannend wie nie!

Wenn man sich als NFL-Fan etwas zu Weihnachten wünscht, dann wahrscheinlich, dass das eigene Team möglichst erfolgreich abschneidet. Darüber hinaus wünsche ich mir vor allem eines: Spannende Spiele und insgesamt eine spannende Saison. 2013 war dafür ein Musterbeispiel. Kein Team scheint auf den ersten Blick unbezwingbar und nur einige wenige kann man dieses Jahr als total abgehängt bezeichnen. Bei noch einem ausstehenden Spieltag haben noch 18 Teams eine theoretische Chance auf die Playoffs – was will das Football-Fan-Herz mehr? Herauszuheben sind an dieser Stelle wohl nur die Denver Broncos (Superbowl Team AFC), die Kansas City Chiefs (wer hätte das gedacht?) und die Seattle Seahawks (Superbowl Team NFC). Für die Hardcount Teams Vikings (Flo) und Lions (Benni) hat es mal wieder nicht gereicht – aber das sind wir ja gewohnt. Nichtsdestoweniger saß ich diese Saison mehr als ein Mal mit ungesunden Herztönen vor dem TV, wenn mal wieder in letzter Sekunde ein Spiel gewonnen oder verloren wurde. Football ist und bleibt für mich der spannenste Sport der Welt – und das ist auch gut so! Hoffen wir also, dass die Playoffs ähnliches bereithalten.

2. Zu Weihnachten wünschen sich die Teambesitzer: Einen neuen Headcoach!

Des einen Freud, des anderen Leid. Dieser Spruch gilt wie überall im Sport natürlich auch für die NFL. Der langjährige Texans Headcoach Gary Kubiak ist in diesem Jahr der Erste, den es erwischt hat. Generell bin ich (egal in welcher Sportart) kein Freund von Trainer-Diskussionen. Eher vertrete ich die These, dass die 22 (bzw. 33) Jungs, das was sie auf dem Feld verbrechen, auch verantworten müssen. Aber so läuft es halt eben nicht im Sport und gerade im American Football scheint dies teilweise auch angebracht. So ist es eben der HC, der grundlegende Dinge wie Spielsystem, Formationen und Aufstellungen entscheidet und somit darf es auch ihm angehängt werden, wenn jedes vierte Quarter der Saison schief geht, weil der Ball dort mit einer Führung im Rücken immer geworfen wurde. Folgende Coaches müssen (bzw. sollten) sich wohl die nächsten Wochen am meisten Gedanken machen:

New York Jets HC Rex Ryan: Die Jets sind auch in diesem Jahr wieder an den Playoffs gescheitert, obwohl sie eigentlich (laut Besitzer, GM und auch Rex) mal wieder den Superbowl gewinnen wollten. Ich persönlich glaube, dass Ryan bleibt. Die Jets haben schlicht und einfach (noch) kein Playoff-fähiges Team. Dies hat jedoch wenig mit dem Herrn mit dem Fußfetisch zu tun. Anders sieht es aus bei:

Detroit Lions HC Jim Schwartz: Man könnte argumentieren, dass die Lions es gewohnt sind zu verlieren. Noch nie haben sie den Superbowl gesehen und die letzte NFL-Meisterschaft stammt aus einer Zeit, in der noch keiner wusste das man die Pille auch werfen kann und der SB noch nicht erfunden war. Nichtsdestoweniger müssen sich die Lions in der „nach-Matt-Millen-Ära“ sagen lassen, dass sie auf dem Papier eines der besten Teams der NFL haben. Eine granatenmäßige Offense, einen der besten Passrushes der Liga (können seit neuestem auch den Lauf verteidigen) und eine knackig junge O-Line, die in diesem Jahr die wenigsten Sacks der NFL zugelassen hat. Hinzu kommt, dass die eigene Division wohl kaum mehr Geschenke verteilen kann als in diesem Jahr. Was also tun, wenn ein eigentlich gutes Team sich ständig selbst besiegt? Die Schuld bei Matt Stafford abzuladen ist (k)eine Lösung. Ja, der Junge hat keine gute Saison gespielt, aber wer die Spiele gesehen hat weiß auch, dass ihm seine Receiver (meiste Drops der Liga, Hälfte der INT getippt) keinen Gefallen getan haben. Was mir viel weniger gefallen hat, sind die teilweise obskuren Coaching-Entscheidungen, die Schwartz und seine Crew gerade zum Ende der vielen knappen Spiele getroffen haben. Und sollten so nur 2 der 8 verlorenen Spiele auf die Kappe von Schwartz gehen, ist das nach all den Jahren schon viel zu viel. Es wird eng Jimmy!

Dallas Cowboys HC Jason Garrett: Bei „America´s Team“ liegen Anspruch und Wirklichkeit in den letzten Jahren auch sehr weit auseinander. Mr. 50% ist dabei vor allem Jason Garrett. Ihm ist es bisher nicht gelungen aus einem Team voller Eitelkeiten (Owner Jerry Jones, President Jerry Jones, General Manager Jerry Jones + Romo, Bryant, Austin usw…) ein konkurrenzfähiges Team zu formen. In keinem anderen Team der NFL liegen „himmelhochjauchzend“ und „zu tode betrübt“ so nah beieinander. Sollten die Cowboys am Sonntag gegen Philly verlieren und somit (schon wieder) im letzten Saisonspiel an den Playoffs scheitern, wird auch der Sitz von Jason Garrett wieder richtig warm. 

3. Warum die NFL wieder eine Regeldiskussion hat.

Die NFL ist regeltechnisch wahrscheinlich die fortschrittlichste Sportliga der Welt. Viele strittige Situationen können via Videobeweis überprüft werden. Das ist bei der Fülle der Regel und der Komplexität der Sportes auch dringend geboten. Nichtsdestoweniger hat die NFL wieder eine Regeldiskussion. Keine Woche vergeht ohne krasse, oftmals spielentscheidende Fehlentscheidungen. Paradebeispiel war sicherlich der Call rund um das geblockte Field-Goal vom Spiel Steelers@Packers vergangenen Sonntag. Teilweise hat man gar den Eindruck, die Referees kennen sich im eigenen Regelbuch ungenügend aus.

Was also tun? Meiner Meinung nach müssen zwei recht einschneidende Änderungen her:

1. Weg mit dem Videobeweis vom Spielfeld. Warum zum Teufel muss der Referee die eigenen Calls überprüfen. Lasst das doch geschulte Augen irgendwo in New York machen. Natürlich so transparent wie möglich. Das bringt zwei Vorteile: Das Spiel wird wieder etwas flüssiger und der Whitehead und seine Crew können sich endlich auf das Spielfeld konzentrieren. An der Regelauslegung ändert sich indes nichts. Gibt es keinen sicheren Beweis des Gegenteils, gilt auch weiterhin „The Ruling on the field stands“. 

2. Mehr Strafen müssen angezweifelt werden können. Seit nahezu jede Situation automatisch überprüft wird, fristet die geliebte rote Flagge ein Schattendasein. Ich plädiere dafür, sie zu befreien und (zunächst als Testlauf) einige zusätzliche Strafen „anzweifelbar“ zu machen. Warum sollte ein Coach nicht verlangen können zu überprüfen, ob sein Receiver fies in der Endzone gehalten wurde bzw. sein Cornerback eben nichts regelwierdiges getan hat. Tatsachenentscheidungen(!!!) brüllt der Fußballfan aus dem Off. Quatsch, sage ich! Erstens will ich nicht, dass jeder poplige Fehlstart überprüfbar sein soll, zweitens bleibt die Limitierung auf zwei (bzw. drei, bzw. so lange bis man falsch liegt) Coaches-Challanges und drittens gilt auch hier, dass die Entscheidung bestehen bleibt, falls auf den TV-Bildern nicht zweifelsfrei das Gegenteil zu sehen ist. Also liebe Owner, seid weiterhin Vorreiter und stimmt meinen Vorschlägen zu 😀  

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Eine Antwort zu “Happy Holidays – oder: Ein paar Gedanken zwischen den Jahren

  1. Was die Regeländerungen angeht, hast du mMn Recht. Ich finde das System aus dem College besser, wo es einen offiziellen Replay Official gibt, der das Play reviewed, während der Whitehead auf dem Feld bleibt und die Entscheidung abwartet.

    Zu Jason Garrett: Ich war seit seiner Einstellung ein großer Befürworter seiner und seine Kaderzusammensetzung war sehr gut in den letzten Jahren, aber wenn die Resultate fehlen, bin ich mir auch nicht mehr so sicher. Aber ich bin mir auch nicht sicher, ob Garrett wirklich entlassen wird. Da finde ich andere Kandidaten deutlich wahrscheinlicher. Als erstes fallen mir da Mike Shanahan, Leslie Frazier und Greg Schiano ein. Oder gehst du bei denen sowieso schon davon aus, dass sie entlassen werden und wolltest hier nur die weniger klaren Wackelkandidaten aufführen?

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