Von Extrapunkten, Rauswürfen und einer Zeit ohne Football

„Schau´n wir ein Game?“ – Diese Frage bekam ich in den vergangenen zwei bis drei NFL-Offseasons eigentlich fast täglich von Flo gestellt, wenn es wieder einmal darum ging, Hausarbeiten, Klausuren usw. möglichst weit vor uns hin zu schieben, oder wenn die Zeit ohne Live-Football einfach unerträgliche Züge annahm.

Dies alles gestaltet sich in diesem Jahr etwas anders. Die Protagonisten des Hardcount-Blog und Podcast sind mehr im Geiste denn im räumlichen Sinne miteinander verbunden und auch ansonsten gibt es gerade wichtigeres (Stichwort: Staatsexamen) als den Sport mit dem Ei. Das alles soll keine Entschuldigung für die Inaktivität dieses Blogs seit dem Superbowl sein, aber ich habe tatsächlich seit Anfang Februar keine Sekunde Football mehr geschaut.

Nichtsdestoweniger weine ich der Saison ab und an eine Träne nach, insbesondere, da mich die Eintönigkeit der Offseason mittlerweile eher nervt als begeistert. Irgendwelche Spieler werden aus Gründen des Salary Cap rausgeschmissen, anschließend wieder eingestellt. Bei der m.E. nach masslos überschätzten Combine steht der 40 Yard Dash von Rich Eisen (nervt mich mittlerweile auch nur noch) mehr im Mittelpunkt als die Leistungen der zukünftigen NFL Stars und Diskussionen über Extrapunkte bestimmen das Alltagsgeschäft der großen NFL-Blogs.

Aber auch für den Hardount Blog gilt: Nicht kleckern, sondern klotzen(!) oder besser gesagt: Rein in´s Getümmel.

Zum Thema Combine möchte ich an dieser Stelle tatsächlich keine Worte mehr verlieren, da sie sowieso nicht halb so gehaltvoll wären wie das, was andere dazu geschrieben haben.  Korsakoff (http://sidelinereporter.wordpress.com/) sei dem deutschsprachigen Football-Fan deshalb ebenso an´s Herz gelegt wie die Jungs von DerDraft, die bereits jetzt mocken was das Zeug hält und die Combine visuell und akustisch prima begleitet haben.

Einen Kommentar zu den vielen Gerüchten rund um die Extrapunkte kann ich mir jedoch nicht verkneifen.
Ausgelöst wurde die Diskussion hauptsächlich von Gronks Armbruch 2012 beim Versuch einen Extra Punkt zu blocken. Auch wird NFL-weit angeführt, dass nahezu 99% aller Extrapunkt-Kicks(!) verwandelt würden, was das Play unfassbar langweilig macht. Somit bleibe außer der Verletzungsgefahr gerade für Lineman und Kicker nicht mehr viel übrig. Folgende Ideen kursieren diesbezüglich derzeit in der Liga:

1. Extrapunkt-Kick abschaffen: Erzielt ein Team einen Touchdown, erhält es automatisch sieben Punkte, es sei denn, das Team entscheidet sich für eine Two-Point-Conversion (in 2013 übrigens 33 von 69 erfolgreich). In diesem Fall gibt es bei erfolgreicher Two-Point natürlich 8 Punkte, bei fehlgeschlagener Conversion lediglich 6.

2. Den Punkt des PAT weiter nach hinten verlegen: Aktuell kursieren Stimmen aus dem „Regel-Kommitee“ die vorschlagen den Spot an die 25 Yard Linie zurück zu verlagern. Angeblich könnte dies bereits in der Preseason getestet werden. Ergebnis wäre damit ein 43- anstatt ein 20-Yard Field Goal um den Extra-Punkt mit einem Kick zu erhalten. Wer für zwei gehen möchte, darf dies weiterhin nur zwei Yards von der Endzone entfernt.

3. 2-Point-Conversion nach jedem Touchdown: Ähnlich wie unter 1. jedoch ohne Wahlmöglichkeit für Coaches. Nach jedem TD darf/muss das Team eine Conversion versuchen. Gelingt dies, gibt es zu den sieben TD-Punkten noch einen dazu. Also quasi eine 1-Point-Conversion.

Ich persönlich favorisiere Version 1. Die gerade heiß diskutierte Version 2 bringt m.E. nach kaum Änderungen mit sich. In der NFL des Jahres 2014 sind auch 43 Yard Field Goals kaum mehr als ein sogenannter „Chip Shot“. Des Weiteren löst diese Option damit weder die Problematik „Langweilig“, noch die Problematik „Verletzungsgefahr“. Version 3 würde das Spiel extrem spannend machen, eine 2/3-Mehrheit der Owner für diesen Vorschlag dürfte aber so weit entfernt sein wie der VFB Stuttgart von der deutschen Fußballmeisterschaft. Übrig bleibt also Version 1. Die langweiligen Kicks werden ebenso entfernt wie gefährliche Momente für Kicker und Blocker. Coaches dürfen sich weiterhin überlegen, ob sie etwas riskieren und die Belohnung für einen Touchdown bleibt gleich. Alles in allem keine Revolution, aber vielleicht eine Evolution.

Soviel von hier für den Moment. Spätestens zum Draft wird es auch hier wieder häufiger was zu lesen geben.
Bis dahin gilt: Immer auf den Hardcount achten!

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